Forschungslabor
Im Forschungslabor untersucht ein engagiertes Team aus Ärzten und Naturwissenschaftern das genetische Profil und biologische Verhalten von Tumorzellen, um die Behandlungsmöglichkeiten für Krebspatienten in Zukunft noch weiter zu verbessern. Die Finanzierung des Labors erfolgt durch das Österreichische Forum gegen Krebs. Spenden an diese gemeinnützige Einrichtung kommen somit direkt der Krebsforschung und dem Wohl der Patienten zugute. Für einzelne Projekte konnte auch finanzielle Unterstützung durch andere Fonds zur Forschungsförderung gewonnen werden (u.a. Fonds des Bürgermeisters der Stadt Wien, Fonds der Österreichischen Nationalbank).
Einen besonderen Forschungsschwerpunkt bilden die akuten und chronischen Leukämien und das Multiple Myelom. Das Labor konnte dazu beitragen, die Stammzelle (oder Ursprungszelle) der Myelom-Erkrankung näher zu charakterisieren. Weiters wurden zuletzt bestimmte Merkmale der Myelomzellen identifiziert, die für die Prognose der Patienten bestimmend sind. Manche Veränderungen der Tumorzellen sind mit einem sehr guten Ansprechen auf die Behandlung und langen Überlebenszeiten verbunden, während andere Merkmale ein wesentlich aggressiveres Verhalten des Tumors und damit die Notwendigkeit eines raschen therapeutischen Vorgehens erkennen lassen. Anhand solcher Erkrankungsprofile sollte es in naher Zukunft möglich werden, maßgeschneiderte Therapiekonzepte anbieten zu können.
Bei einer weiteren hämatologischen Erkrankung – der sog. idiopathischen Myelofibrose – konnten genetische Veränderungen identifiziert werden, die einen prognostisch ungünstigen Verlauf erwarten lassen. Auch in diesem Fall müssen für diese Patienten besondere Therapiekonzepte entwickelt werden.
Um die funktionellen Auswirkungen bestimmter Tumorzellmerkmale untersuchen zu können, wird im Labor auch mit Zellkulturmodellen gearbeitet – sie erlauben es z.B., die Auswirkungen der beobachteten Tumormerkmale auf das Therapieansprechen direkt zu untersuchen.
Eine vielversprechende neue Behandlungsmethode von Krebserkrankungen stellen Immuntherapie-Konzepte und Tumorimpfstoffe dar. Um auch diese Entwicklung unseren Patienten zukünftig zur Verfügung stellen zu können, wurde Ende 2005 das Kooperationsprojekt „GEMODEC“ (genetically modified dendritic cells) mit dem renommierten St.Anna Kinderkrebsforschungs-Institut sowie der Firma TRIMED Biotech GmbH ins Leben gerufen. Eine Gruppe Wissenschafter untersucht hierbei sogenannte „dendritische Zellen“, denen im menschlichen Immunsystem spezielle Bedeutung bei Abwehrreaktionen zukommt. Durch gezielte Modifikation solcher Zellen soll es gelingen, eine Immunantwort auch gegen körpereigene Tumorzellen einzuleiten.



